Die Spielberichte der Landesklasse Staffel 1


VfB 09 Pößneck vs. SG SV Ilmenau5 - 1
SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. FC Thüringen Jena1 - 2
FSV Grün-Weiß Stadtroda vs. SC 03 Weimar5 - 2
SG Traktor Teichel vs. SG VfR Bad Lobenstein0 - 2
SV Jena-Zwätzen vs. SV BW 90 Neustadt/Orla1 - 2
BSG Chemie Kahla vs. SV Schott Jena II0 - 3
1. FC Greiz vs. VfB Apolda3 - 0


Landesklasse Staffel 1

SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. FC Thüringen Jena
1 : 2



Einfach hergeschenkt


Nach 11:2 Toren und 6 Punkten aus den letzten beiden Heimspielen waren in Niederpöllnitz natürlich Begehrlichkeiten nach mehr geweckt. Dafür wurden auch keine Mühen und Kosten gescheut und aus Berlin Max Steinborn organisiert, der ja immer noch für BW spielberechtigt ist, letztmalig in Münchenbernsdorf 2019 mithalf, einen 3:0-Sieg einzufahren und den noch einmal fehlenden Philipp Müller im Kasten ersetzte- Ansonsten kehrte Marcel Peters nach abgesessener Sperre in die Anfangsaufstellung und Felix Theileis nach 4 rotgesperrten Partien auf die Bank zurück. Ansonsten vertraute Peters auf das bewährte 4-4-2 bzw. 4-1-4-1. Taktikfuchs Rico Heuschkel verwies in der Mannschaftsbesprechung nochmals auf den Geist, den die Mannschaft heute zeigen musste, um den variantereichen Spielauffassungen des Trainers der Gäste entgegen zu wirken. Und letztlich wollte Peters, dass zum Abschluss der Heimspiele in 2022 den Fans „Spaß und Freude" für ihre Treue zurückgezahlt werden sollten.



Ob am Ende Marcel Peters selbst „Spaß und Freude" empfunden hat, darf zurecht angezweifelt werden. Und das zu seinem Jubileum - er stand zum 75.Mal für BW in der Landesklasse auf dem Feld. Ausgerechnet er, der die Maxime „einfachen Fußball spielen" seiner Mannschaft eingeimpft hatte, vergaß diese im entscheidenden Moment und wurde durch eine Aktion zum Verlierer. Dabei begann es für die Mannschaft insgesamt weniger gut. Eine nicht begreifbare kollektive Nervosität hatte das Team erfasst, deutlich an –zig Fehlpässen und fehlendem Pressing in vorderster und mittlerster Front erkennbar. Gut, mann hatte die erste sehr gute Chance, als Müller auf Menzel ablegt, der aber genau in die Arme von Oertel schießt (5.). Aber auch Jena setzte in der Anfangsphase Akzente, besonders durch den bulligen Träumer, der sich nach 8 Minuten durchtankt und Piskol bedient, Steinborn mit einer ersten Großtat. Auch nach einer Viertelstunde hängt BW noch durch, kommt nicht zu Sicherheit und Struktur und nimmt sich durch ungenaue Pässe immer wieder selbst aus dem Spiel. Auch, als Jena einen schnellen Konter fährt, Assistent Jacob Michel die Fanhe unten lässt, BW die Abwehr arbeit im Gottvertrauen einstellt und letztlich Träumer den Ball noch knapp vor dem Pfosten einschieben kann (21./0:1). Jena presste hoch, dass sollte eigentlich durch die Hausherren passieren. Erst nach 35 Min uten bekam Niederpöllnitz Zugriff auf die Partie. Müller (38.- Sorge rettet in höchster Not) und im Duo Lunow und Menzel (41.) kommen zu deutlichen Chancen, aber Oertel im Kasten bleibt cool.


In der Pause kamen Zipfel und Schmeißer. Besonders Letzterer sorgte in der ersten Hälfte des zweiten Durchganges für viel Schwung. BW nun mit Biss und Pressing. Sofort bekam die Mannschaft Oberhand und Chancen. Nach 58 Minuten der verdiente Ausgleich: Menzel köpft Richtung langer Pfosten, Oertel versucht alles, um das Leder noch zu bekommen, aber Heuschkel steht goldrichtig und versenkt. Das Spiel hatte sich nun gewendet, BW hatte alles im Griff, das 2:1 schien nur eine Frage der Zeit zu sein. N. Sporer immer wieder mit seinen gefürchteten Springts über links, Müller im Zweikampfverhalten, auch der rest der Mannschaft schob nun nach vorn. Jena mit Argusaugen Richtung Konter. Einer landete in der 83. Minute an der rechten Eckfahne, wo Peters mit Tickitacka-Jonglieren den Ball mit dem Rücken zum Rest des Feldes nach hinten bolzt. Nur leider ist da niemand außer Enkelmann, der Steinborn keine Chance zur Abwehr lässt. Ein einfacher Schuss zum Einwurf, im ungünstigten Fall zur Ecke hätte es wohl auch getan. So aber belohnte sich Peters nicht für seine gut aufgestellte Taktik. Auch , dass er sich für den Rest des Spiels in die Mittelstürmerposition beorderte, quasi Seite an Seite mit Heuschkel, brachte nichts mehr. Niederpöllnitz verliert erneut ein wichtiges Spiel. Diesmal nicht durch einen übermächtigen Gegner oder unterirdischen Schiedsrichter. Nein, sondern gegen sich selbst. Gut, Teichel, Ilmenau und Apolda verloren ebenfalls. Aber da kommt ja noch ein Spiel. Es wäre wünschenswert, wenn sich Niederpöllnitz die Tabelle bis März nicht als Letzter anschauen muss. Dafür drücken wir die Daumen.






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