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Kreisoberliga

SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. SpG TSV Rüdersdorf
6 : 1

Irgendwie konnte man sich eines dumpfen Gefühls nicht erwehren. In Erinnerung an die Spiele gegen Rüdersdorf oder davor auch Kraftsdorf gab es doch immer Rambazamba auf dem Feld. Knackige Zweikämpfe, krasse Strafraumszenen, Männersport von der 0-8-15-Sorte sah immer anders aus. Diesmal gab es ein großes Wundern. Über die Farb- und Gewürzlosigkeit der Gäste, über mangelndes Aufbäumen, über seltsame Teilnahmslosigkeit. 
Aber von vorn: Niederpöllnitz, diesmal unter Leitung des Kapitäns, da Trainer Beck verhindert war, musste kurzfristig auf einer Position umstellen. Für Poser (Rückenbeschwerden) kam Mumini von Beginn an ins Spiel. Bei den Gästen stand Rehnert für Ulrich im Tor. Hempel, Nestler, Rühle, Schlauch und Maisel fehlten in der Anfangsformation oder ganz. Und diese teils gravierenden Veränderungen waren wohl des "Guten" zu viel. Die Zuschauer in Niederpöllnitz erlebten einen farblosen Auftritt der Gäste, die genau genommen, zu maximal zwei bemerkenswerten Chancen kamen. Eine davon wurde durch Keeper Müller vom SV Blau-Weiß eingeleitet, nachdem seine Mannschaft frühzeitig durch das Eigentor von Heilmann (6.) in Führung gegangen war. Beim Heranstürmen von Prescher meinte der Torwart, den Rüdersdorfer elegant ausspielen zu wollen. Das ging schief und so musste ein Foul herhalten. Schiri Herbst mit einer sehr soliden Leistung zeigte Gelb und auf den Punkt und Steinert verwandelte seltsam emotionslos. Niederpöllnitz bemühte sich weiterhin um Spielkontrolle, fand aber noch kein geeignetes Mittel, um die ständigen Offensivwellen auch mal erfolgreich abzuschließen. Im Gegenteil: Jeder der zahlreichen Flankenläufe endete in einer entweder zu weit oder zu perfekt für die baumlange Rüdersdorfer Abwehr geschlagenen Eingabe. Auch die Eckbälle, von denen es reichlich gab, waren nach dem gleichen Strickmuster angelegt. Die erste wirklich gute Aktion gab es dann nach 36 Minuten, als eine sehr gute Freistoßposition nicht genutzt wird (Menzel in die Mauer), der Angriff aber über Mumini weiter läuft und schließlich erneut bei Menzel endet, der den Ball 40 Zentimeter vorbeizirkelt. Von den Gästen kam nach vorn nichts. Torwart Müller, in Erinnerung seines Bockes: "Wenn man nichts zu tun hat, kommt man eben auf solche doofen Ideen und macht sich zum Löffel." Es dauerte bis weit über eine halbe Stunde, da hatte Niederpöllnitz den Schlüssel zum Erfolg gefunden: Erst trifft Blinde die Lattenunterkante und sein Kapitän staubt problemlos per Kopf ab, dann hat N. Sporer endlich das Näschen, eine Flanke gefühlvoll nach innen zu bringen - Menzel per Kopf zum 3:1. Mit einem Doppelschlag hatte BW das Spiel praktisch schon entschieden. 

BW führte verdient, auch wenn die Führung etwas kurios in den Spielverlauf passte. Erst das Eigentor, dann der Elfmeter und danach eine Vielzahl von Ecken und Flankenläufen, wobei nahezu alle Eingaben viel zu weit angesetzt waren. Erst als N. Sporer das richtige Maß erschnuppert hatte, klingelte es und gleich danach nochmals. Von den Gästen kam viel zu wenig, um bisher hier für Schlagzeigen im Offensivbemühen zu sorgen.

Die Gastgeber waren auch nach der Pause die bestimmende Mannschaft. Sie pressten nun noch höher und drängten auf weitere Tore. Unterbrochen wurde das in der 61. Minute durch einen Freistoßquerschläger der Gäste, den Steinert in den Wald donnert. Inzwischen hatte Mussa Mumini den Taktstock gefunden, profitierte aber sehr häufig selbst von seinen Inszenierungen, die zwei Gegenspielern gelbe Karten einbrachten. Seine Schüsse gingen allerdings allesamt rechts, links und oben am Tor vorbei. Innerhalb von 6 Minuten trifft dafür aber sein Kapitän, Lukas Müller, zweimal, schraubt das Ergebnis auf 5:1. Die Zeit vertstrich, und Mumini arbeitete weiter an seinem Tor, dass dann endlich in der 81. Minute fiel. Dabei hatte er mal mit einem Flachschuss mehr Erfolg, als mit seinen vielen hohen und halbhohen Bällen. Und wenn Menzel kurz vor dem Abpfiff noch getroffen hätte, wäre eine der höchsten KOL-Niederlagen für die Gäste klar gewesen. Sein Schuss geht aber um wenige Zentimeter vorbei. 

Niederpöllnitz verabschiedet sich in die Winterpause mit einem klaren, in dieser Höhe auch jederzeit verdienten Erfolg. Gegen arg personell umstrukturierte Gäste war das allerdings am Ende leichter als zuvor gedacht. Mit 36 Punkten hat Blau-Weiß einen Punktestand, der in vielen anderen Ligen zur Spitzenposition reichen würde. So aber konnte der ZFC II seine letzten 2025er Partie ebenfalls 6:1 gwinnen und sieht sich mit der optimalen Ausbeute von 42 Punkte ganz vorn. Der Vorfreude der Niederpöllnitzer auf ihre Vereinsweihnachtsfeier tut dies freiich keinem Abbruch. Die Fans sind stolz auf ihre Jungs, die eine klasse Spielrunde hingelegt haben.

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