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Kreisoberliga

SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. SpG Weida/Wüdorf
3 : 3

Kartenflut 

Man sollte nach 40 Jahren Fußball meinen, bereits alles schon erlebt zu haben. Aber diese Sportart schreibt so ihre eigenen Geschichten. Und eigentlich wollten wir uns auch nicht mehr so intensiv der Leistung von Schiedsrichtern zuwenden. Aber diese Partie verlangt quasi ein paar Worte. Denn was sich als Drama auf dem Spielfeld entwickelte, wurde zunehmend von den Fans beider Lager als ironische Komödie forciert. Dominik Gretscher setzte in seiner 8. KOL-Partie, die er leitete, neue, leider ungewollte Rekorde. Dass er bei der Bewertung von Zweikämpfen in einer Sportart, die eine gewisse „Männlichkeit" und „Rigorosität" voraussetzt, recht dünnhäutig daherkommt, hatten bereits die Besucher des Spiels Rüdersdorf gegen ZFC Meuselwitz im Oktober 2025 erfahren, als es 8 gelbe Karten setzte. Diesmal übertraf der Spielleiter diese Marke bei weitem. Insgesamt gab es 13 Gelbe und 4 Gelbrote! Da musste man ja als Leser des Liveticker denken, auf dem Spielfeld hatte sich eine brachiale Schlacht entwickelt. So war es bei weitem nicht. Man darf dem Schiri bescheinigen, dass er diese Linie über 90 Minuten und gerechterweise bei beiden Partien anwandte. Und da er einmal begonnen hatte, viele gelbe Karten zu verteilen, kam es dann natürlich fast logisch so, dass er dann bei 4 Kickern noch ein Regal höher greifen musste. Die Zuschauer brüllten dann auch ab dem zweiten Platzverweis bei jedem geführten Zweikampf: Rot! Rot!



Rigoros: Keeper Jim Wolf.

Zum Spiel selbst. Beide Teams mit wenigen Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche: Niederpöllnitz ersetzte Jauch durch Karacha, bei Weida liefen Willfarth und Pechmann neu auf. Bereits nach 30 Sekunden machte sich Gretscher keine Freunde (muss er ja auch nicht), als er ein deutliches Handspiel im Strafraum der Gäste übersah. Niederpöllnitz mit einer starken Auftaktphase, da wurde hoch gepresst und Vogel, Karacha und Rahimi drückten die Weidaer Abwehrspieler Richtung eigenes Tor. Die Freundschaftsabsagen erreichten nach 5 Minuten auch Assistent Pechstein, der ein Tor von L. Müller per Abseitsfahne einkassierte. Nach 22 Minuten allerdings war es dann soweit: Niederpöllnitz sammelte den Lohn für die Bemühungen ein, als nach der dritten Ecke die Zuordnung im 5-Meter-Raum nicht stimmt und Blinde aus dem Gewühl heraus das 1:0 erzielt. Noch freudetrunken ließen die Hausherren dann allerdings Fritzsche freie Bahn und der erzielte postwendend den Ausgleich (24.). Es deutete sich bereits aber jetzt schon an, dass BW seine Linie verloren hatte. Schlecht getimte Flanken, Unaufmerksamkeiten und grobe Fehler in der Abwehr – Weida kam besser ins Spiel und durfte sich bei zwei weiteren Toren bei der Viererkette der Gastgeber bedanken. Besonders El Jumaili und auch Berthold waren kaum zu stellen und oft nicht zu stoppen. Und während jede erfolgreiche Grätsche bei Weida frenetisch gefeiert wurde, gingen diee Köpfe der Niederpöllnitzer Richtung Oberschenkel.
Zur Pause musste in der Kabine etwas passieren. Erstaunlich: Bis zum Halbzeitpfiff hatte es eine einzige Gelbe gegeben (Poser).

Nach Wiederanpfiff verlor die Partie zunehmend ihren sportlichen Wert. Zahllose Freistöße, gepaart mit dem Verteilen bereits genannter Karten stoppten den Spielfluss. Endlose Diskussionen vom Schiri und seinem ersten Assistenten mit der Trainerbank der Gäste kamen hinzu. Niederpöllnitz selbst fiel auch nichts ein und so gab eigentlich bis zur 65. Minute kaum jemand noch einen Pfifferling auf die Hausherren. Erst als die ersten Platzverweise ausgesprochen waren, nutzte BW die personelle Übermacht durch Blinde und Menzel zum umjubelten Ausgleich. Mehr war allerdings nicht drin und ein Sieg für eines der Teams hätte dem Spiel auch nicht entsprochen. Niederpöllnitz war am Anfang und am Ende gegen 8 Weidaer stark, Weida hatte seine beste Phase von der 25. bis zur 45. Minute.

Zur Fotogalerie: https://www.fupa.net/photos/sv-blau-weiss-1990-niederpoellnitz-sg-fc-th-weida-wuenschendorf-ii-577818










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