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Kreisoberliga

SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. SpG TSV Rüdersdorf
5 : 0

Trainerorder konsequent umgesetzt

Miron Muslic ist Trainer. Nicht irgendwo, sondern beim Aufsteiger in die Bundesliga, Schalke 04. Gefragt nach dem Masterplan am jetzigen Wochenende gegen Union Berlin äußerte er in der letzten Kicker-Ausgabe: „Intensität, Struktur, Mut und Leidenschaft bilden unser Fundament." Nun ist Gelsenkirchen zwar 414 Kilometer mit dem Auto von Niederpöllnitz entfernt, aber die angesprochenen Basics sind es in den letzten beiden Partien gegen Zeulenroda und Rositz wohl ebenfalls gewesen. Gerade deshalb beorderte Trainer Roy Beck einen Großteil der Spieler, die für die Defensive aufgestellt und geplant sind, lange vor dem eigentlich terminierten Zeitpunkt auf das Sportgelände. Nachvollziehbar, denn dass – sorry – die Kacke am Dampfen ist, kann ja nun doch nicht daran liegen, wie uns ein weiblicher Fan mitzuteilen gedachte: „Ich hatte die letzten beiden Spiele meinen Schal vergessen."

Mut konnte die Mannschaft auch aus der bisherigen Heimstatistik gegen Rüdersdorf schöpfen: In den bisherigen Partien in Niederpöllnitz (5 seit 2018) gab es noch keinen einzigen Sieg für die Gäste. Ein Unentschieden bei 4 Niederlagen machen deshalb Niederpöllnitz für die Rüdersdorfer nicht unbedingt zum Sonnenschein-Ländle. Weniger positiv dürfte dagegen in den Köpfen der Trainer das wiederholte Fehlen von Poser, dazu noch das von Kolnisko und Fritzsche angekommen sein. Und als sich kurz vor der Partie auch noch P. Sporer krank meldete, war das Kraut so richtig fett. Folge: Erstmals als Innenverteidiger fanden sich N. Sporer und Jauch (in seinem ersten Einsatz 26/27) zusammen. Oberste Zielstellung nicht nur für diese beiden: Körperlichkeit, Konzentration in der Defensive, keine Gegentore.

Und das gelang BW in den ersten 15 Minuten. Zwar hatte diese Viertelstunde nicht das Potenzial für die Zuschauer, gleich nochmal zum Kassehäuschen zu rennen und den doppelten Preis für tolle Aktionen zu bezahlen. Aber Niederpöllnitz gelang es, die Gäste vom eigenen Tor fern zu halten. Das änderte sich nach 17 Minuten, denn da gab es die erste Ecke für Rüdersdorf, und die haben einige Hochgewachsene in ihren Reihen. Noch aber verpuffte die Standartsituation. Auf der Gegenseite wurschteln sich Vogel und Karacha durch, Menzel verpasst aber die scharfe Eingabe (18.) und auch der glänzend aufgelegte Woyke verpasst die Nachschusschance. Bottner (26./Vollspann drüber) und Menzel (30./Kopfball) läuteten eine neue Regalhöhe der Partie ein. Und die krönte Rahimi, der die Vorlage von Müller aus Nahdistanz einschiebt (35.). Die geforderte und von den Gastgebern umgesetzte Körperlichkeit machte Rüdersdorf zu schaffen. Viele harte, aber keineswegs unfaire Zweikämpfe lassen die Grünen zu Boden gehen. Bei Prescher ging es nach so einem Zweikampf nicht weiter, er wurde mit der Trage an den Spielfeldrand transportiert. Gute Besserung an dieser Stelle!


BW führte hier nicht unverdient. Die Mannschaft hatte konsequent die Order des Trainers umgesetzt, war intensiv in den Zweikämpfen, hinten kompromiss- und vorn gnadenlos. Chancen sind nun nicht am Fließband gewesen, das war aber auch nicht Sinn und Ziel.

Eigentlich auch nicht nach der Pause, denn nach wie vor stand als oberstes Prinzip: Vorsicht im Porzellanladen. Zumal die Gäste mit Pfiff aus der Kabine gekommen waren und BW der Zugriff etwas abhanden gegangen war. Umso toller war das Rückerobern des Balles durch Woyke und sein Blick für Rahimi, der seinen ersten Doppelpack für Niederpöllnitz und das 2:0 erzielte (53.). Und auch 10 Minuten später ist Woyke Initiator der Szene: Nach seinem Zuckerpass läuft L. Müller allein auf Ulrich zu und trifft nur die Latte. Drei Minuten später allerdings ist es auch bei ihm soweit: Diesmal schickt Menzel seinen Kapitön auf die Reise und der behält die Nerven. Was kam von Rüdersdorf? Nun ein paar Durchbrüche von Kutzner, ein Treffer auf die Lattenoberkante durch Beuchel (69.). Auf der anderen Seite ließen es die Hausherren durch zwei Traumtore weiter krachen: Menzels Kopfball kam mit geschätzten 100 km/h angedonnert (4:0/83.) und zuvor hatte Vogel das Tor des Tages erzielt, als er mit einem herrlichen Lupfer Ulrich überwinden konnte.

BW fuhr einen ungefährdeten Sieg ein und bestätigte erstens die Statistik und zweitens die Erkenntnis: Vergiss deinen Fanschal nie zu Hause!






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