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Kreisoberliga

BSG Wismut Gera II vs. SV Blau-Weiß Niederpöllnitz
2 : 2

1 oder 3 Punkte - das ist hier die Frage

Niederpöllnitz war mit dem Ziel nach Gera gefahren, den 2. Platz, den man seit dem 9. Spieltag ununterbrochen innehatte und erst am Samstag an den VfL abtreten musste, zurück zu holen. Das würde bei einem Unentschieden klappen. Aber vielleicht "hilft" ja ausgerechnet ein Ex-Niederpöllnitzer den Gästen doch noch zum erhofften Dreier. Denn Mussa Mumini war einen Tag zuvor in der Verbandsliga beim 0:6 der Wismut-Ersten in der Anfangself aufgelaufen. Niederpöllnitz machte das Schiedsrichtergespann darauf bereits in der Halbzeit aufmerksam, legte nach Beendigung der Partie Einspruch gegen die Spielwertung ein. Die Verantwortlichen von Gera sahen das naturgemäß anders, hoben die Schultern, legten den Welpen-Blick auf und meinten, sie hätten davon nichts gewusst. Naja, wie in dder Juristerei üblich: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Solange das Verfahren aber noch beim Staffelleiter liegt, betrachten wir die Partie als Unentschieden.

Niederpöllnitz mit dünnster Personaldecke. Brossmann, Fritzsche, Hilbert, Köhler, Kolnisko und Rahimi fehlten. Trainer Beck kam hinzu, beobachtete aber aus 4214 Kilometern Abstand mit Argusaugen den Liveticker. Und konnte verfolgen, dass zu Beginn (und auch danach) hier zwei Mannschaften aufeinander treffen, die auf dem Feld nun nicht gerade zu Blutsbrüdern gehören. Auch wenn Beck selbst, sein Torwarttrainer und die Kicker Karacha und Ahmadi eine Wismut-Vergangenheit erlebt hatten. Zweikämpfe wurden rassig, mannhaft, teils an der Grenze der Brusttasche des Schiedsrichters geführt und kein Meter Boden freiwillig hergegeben. Das Ganze mit hoher Laufintensität gepaart, führte zu einem gutklassigem Spiel. Zur Belohnung gab es für jede Mannschaft eine Halbchance: Erst sprintet Mumini durch die engere Abwehr, seinen Rückpass bekommt niemand und auf der anderen Seite landet ein Kopfball Blindes im Nirgendwo. Dafür nahm nach 9 Minuten Pascal Sporer genau Maß: Ecke Müller, Kopfballverlängerung Menzel und Sporer schiebt ein. Der Treffer sorgte bei Wismut Gera zunächst mal für ein kurzes Magengrummeln, denn viele Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe waren die Folge des Rückstandes. Niederpöllnitz bestimmte hier dann auch die Partie, ohne Spetakel und Glanz, aber immer hin deutlich sichtbar. Ahmadi hatte nach 18 Minuten bereits die große Chance zum 0:2, wird aber noch leicht beim Abschluss aus 3 Metern gestört. Dann, vier Minuten später, war es Menzel, der nach zahlreichen Stochereinlagen im Strafraum aus 16 Metern abziehen kann - drüber. Und so musste wieder mal der Kapitän seinen Jungs zeigen, wie mans macht: Sein Schlenzer flach ins lange Eck schlägt unerreichbar ein. BW führte 0:2 - und das verdient. Die Gäste hatten mit Leidenschaft und Disziplin, mit Einsatz und Effizienz die Trainerorder, per Whatsapp vor der Partie in der Kabine verlesen, umgesetz. Karacha und Ahmadi ragten hierbei noch heraus. Und während Roy Beck sich an der Poolpar einen Mochito genehmigte, weil sein Team so klug Fußball gespielt hatte, machten sich draußen die Vertretungen einen Kopf, wie lange wohl die Kräfte reichen würden. Besonders bei denjenigen, die ihre Gründe hatten, daran zu zweifeln. Denn Wismut hatte zumindest in deinigen Szenen angeddeutet, dass dieser 0:2-Rückstand nicht das Ende aller orangenen Träume sein musste. Ph. Müller hatte bereits in der 31. Minute einen Granaten-Freistoß zur Ecke gerettet. 

45 Minuten lagen noch vor den Spielern und große Teile dieser zweiten Halbzeit lag die Wismut im Offensivbereich, während BW verzweifelt versuchte, wenigstens erfolgreich im Bälle-Wegschlagen zu sein. Der deutliche und fast befürchtete Kräfteschwund setzte bereits viel früher ein und so kamen die Hausherren relativ zügig zum 1:2 durch Lenk, der den Ball unter die Latte schmetterte (57.). Für Karacha war in der 62. Minute Schluss - dachten viele der Wismut-Anhänger, weil er nach einem von ihnen gesehenen Foul als letzter Mann hätte vom Platz fliegen sollen. Nach längeren Diskussionen erkläre Schiri Grimm, warum dem nicht so sei. Aber es stand ja trotzdem noch der freistoß an, und den bugsierte Nguyen Duc Dat abtaubermäßig an Müller vorbei. Die Sorgenfalten draußen wurden auf der blau-weißen Bank größer, denn immerhin swaren noch fast 30 Minuten zu spielen. Und bis auf wenige, fast nicht zu bemerkende Phasen lag Niederpöllnitz im Verteidigen, weil vorn lange Zeit nichts mehr ging. Aber hinten, ja hinten hatte man ja Philipp Müller, der in der 69. Minute zweimal glorreich hält. BW hatte in der Endphase noch zwei Sprints von N. Sporer zu bieten, die Flanken erreichten jedoch niemand. Und Nouri, der Niederpöllnitzer wohlgemerkt, wäre fast noch zum Helden geworden, scheiterte aber aus bester Schusssituation an sich selbst (87.). 

So blieb es letztlich beim 2:2. Mal schauen, wie lange. Denn wenn Steffelleiter und TFV der Interpretation des Niederpöllnitzer Einspruchens folgen, dann können aus einem doch noch drei Punkte werden.

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