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Kreisoberliga

SV Blau-Weiß Niederpöllnitz vs. ZFC Meuselwitz II
1 : 2

Der 5-Euro-Schein hat nicht Recht

"Na komm schon," wispert der 5-Euro-Schein in der Hosentasche, "schreib ruhig: So ist das eben im Fußball: Wenn du oben stehst usw." und wirf mich ins Phrasenschwein. "Nein", keife ich noch leicht gereizt vom Ergebnis der Partie zurück. "Ich schreibe: So ist das eben als Tabellenzweiter: Wenn du deine klaren Chancen einfach so herschenkst, dann musst du in der Endphase einfach cleverer reagieren, diesen Punkt festhalten und diesen Elfmeter verhindern." Nun ja, nicht nur Niederpöllnitz stellte sich da irgendwie seltsam an, auch der Schiri ließ sich vom abrupten Abstoppen Mohamads täuschen. 

Die Taktik vor dem Topspiel war klar. Trainer Beck vor der Partie: Wir müssen schlau, abwartend, kompakt spielen und auf unsere Chance warten. Geduld ist gefragt, Männer. Das Geduldsspiel dauerte gerade mal 2 Minuten, da tänzelte Mohamad an der Strafraumgrenze von rechts gen Mitte, hatte dann frie Bahn und erzielt mit Hilfe des Innenpfostens die schnelle, zu schnelle Führung für den ZFC. Da war noch nicht einmal die Tastatur des Laptops angewärmt gewesen. Allerdings hätte Ahmadi bereits in der 8. Minute den Ausgleich erzielen können, aber sein Schüsslein nach gutem Zuspiel von L. Müller reichte nicht mal bis zum Torwart, der dem Ball entgegen gehen musste. Anders Meuselwitz: Flanke von Burghold, Flugkopfball von Mohamad und Glanzparade von Ph. Müller zur Ecke (10.). Nach 15 Minuten hat BW alle Füße voll zu tun, das Treiben der Gäste einzuengen. Mit der zu Beginn allzu lässigen Art Karachas gegen Burghold bauten sich viele Fehler auf. Ein erstes ernsteres Zeichen setzte Blinde: Nach guter Flanke von Vogel ist er ein Müh zu weit hinten und kann den Ball per Kopf nicht mehr entscheidend drücken (19.). Ein wenig hob jetzt auch BW den Kopf: Neben der Großchance von Blinde gab es noch einen verpassten Freistoß von L. Müller und die erste BW-Ecke, die aber nichts einbrachte. Es war dann schon bemerkenswert, dass der ZFC zwar hinten nicht voll gefordert, aber nach vorn keine Chancen mehr kreieren konnte. Burghold und Jankowski (38., 40) auf der einen Seite, Ahmadi (38.) auf der anderen kamen noch zu Halbchancen, ehe L. Müller den Schlusspunkt der ersten Hälfte setzte: Aus dem Augenwinkel sieht er den ZFC-Keeper zu weit vorm Kasten, dreht sich und schießt sofort ab - knapp vorbei. Als Belohnung gab  trotzdem einen Eckball. Der brachte nichts mehr ein.



Fazit erste Halbzeit: Der ZFC begann stark und setzte die Hausherren sofort unter Druck. Die sahen ihr Konzept nach 2 Minuten schon den Bach runtergehen, als Mohamad die 0:1-Führung erzielte. Nach 15 Minuten allerdings erzielte BW mehr und mehr Gleichwertigkeit in einem Topspiel, das den namen eigentlich nur selten verdient hatte. Chancen fortan Mangelware, richtige Kracher waren gar keine mehr zu erleben. Was lassen sich die Gastgeber nun einfallen? Geduld und Zurückhaltung sind jetzt nicht mehr gefragt. Und die wenigen Halbchancen haben ja gezeigt, dass man durchaus dem ZFC in Probleme bringen kann. 

BW kam wie ausgewechselt aus der Kabine, obwohl das personell wieder mal nur begrenzt möglich gewesen wäre. Großchancen im Minutentakt ließen die defensive der Gäste ab und an nicht besonders sicher aussehen. Aber wenn man Geschenke wie von L. Müller (47.), Ahmadi (49.), dazu einen tollen Schrägschuss von Vogel über die Latte (56.) annehmen soll - na dann bitte sehr. Es war einfach nur irreal, was BW hier liegenließ und wurde unter den Augen der langsam ungeduldig reagierenden Fans teilweise peinlich. Erst Youngster Vogel zeigte dann, wie es geht, kommt nach feinem Pass und guter Ballmitnahme zu seiner Chance und schlenzt wie im Schlaf den Ball am Torwart zum verdienten 1:1 vorbei (68.). Und dann kamen ja noch L. Müller (Freistoß ans Lattenkreuz/73.) und Menzel (Kopfball ans Außennetz/75.) und Blinde (76./überhastet vorbeigestolpert) zu dicksten Gelegenheiten. Längst hatte sich Niederpöllnitz die Führung verdient, denn beim ZFC notierten wir Freyers Schuss über die Querlatte ohne Gefahr (56.), die beste Chance nach Wiederanpfiff von Hamann (57.(), der an Müller scheitert und dann das Dribbling mit abruptem Haltestopp durch Mohamad, der dann umfällt und den Elfmeter herausholt. Burghold lässt Müller keine Chance. 

"Jetzt aber!", ruft der 5-Euro-Schein, "jetzt muss doch kommen: Ja im Fußball ist es eben so, wenn usw.". "Nein", keife ich zurück und klappe den Rechner zu.







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