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Kreisoberliga

Rasensportverein Altenburg vs. SV Blau-Weiß Niederpöllnitz
0 : 4

"Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss"

Das bekannte Sprichwort könnte man angesichts eines fast blamablen 4:0 des Tabellenzweiten gegen die "Null-Punkte-Mannschaft" RSV fast sarkastisch ins Feld führen. Wären da nicht zwei Dinge, die dem entgegen sprechen. Erstes ist in dem Sprichwort die Rede von einem "guten Pferd". Und zweitens lautet die offizielle Erläuterung des Sprichwortes: 
„Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss" ist ein
bekanntes Sprichwort, das Effizienz und ökonomischen Einsatz von Energie beschreibt. Der Vortrag der Niederpöllnitzer, und da reden wir erneut vornehmlich über den Nachpausenabschnitt, war weder "gut", noch war er "effizient". Entsprechend angefressen nahm sich Kapitän Lukas Müller auch die Leistung der Mannschaft insgesamt vor und legte den Finger auf zwei Wunden: Niederpöllnitz hatte es tatsächlich geschafft, den erwarteten limitierten Vortrag der Hausherren nicht auszunutzen, weil sich schlicht zu viele Fehler in die immer wieder mit hohen Bällen agierenden Blau-Weißen einschlichen und weil vor dem Tor schluderhaft, nein, fast stümperhaft gesündigt wurde. 
Wohlgemerkt: Wir wollen den RSV nicht kleinreden. Die Mannschaft zeigte das, was die spielerischen Mittel und Fähigkeiten eben zuließen. Die fast unaufhörlich anschwemmenden Angriffswellen wurden einfach und konsequent weggebolzt. Und das führte ein ums andere Mal zum Neuaufbau durch Niederpöllnitz, während der Sekundenzeiger gnadenlos tickte. Auch weil es Altenburg taktisch umsetzen konnte, dass zahlreiche Unterbrechungen bis zum Ende ausgekostet wurden. 
Dabei hatte es gut für den Tabellenzweiten begonnen. Die ungestüm daherkommenden Hausherren wurden durch Schiri Knobloch gottlob rechtzweitig abgekühlt. Denn mancher Zweikampf war schon abenteuerlich. Nach 12 Minuten hatten Opitz und Hoffmann Gelb gesehen und Opitz dazu noch einen lautstarken Rüffel des unauffällig leitenden Schiedsrichters empfangen. Angenehm zu spüren war aber auch, dass die Spieler der beiden Teams selbst zu der Einschätzung kamen, etwas runterzufahren. Da lag BW bereits mit 1:0 in Front, weil Hoffmanns Foul an N. Sporer im Strafraum zu viel des Schlechten war und L. Müller den fälligen Foulelfmeter sicher verwandelt hatte. Zuvor aber musste Ph. Müller schon energisch eingreifen, als Altenburg plötzlich vor seinem Kasten auftauchte (Bergemann/9.). Dann aber konnten die 20 Zuschauer (in der Mehrzahl aus Niederpöllnitz) annehmen, dass alles nach Plan läuft: Immer unterbrochen von Großchancen, schraubten Rahimi, L. Müller und Ahmadi das Ergebnis in standesgemäße Höhen. Ganz und gar nicht planmäßig waren allerdings die zahlreichen Fehler im Spielaufbau, die Unkonzentriertheiten im Finalpass und die Chancenverwertung. 


Lukas Müller erzielte zwei Treffer und war trotzdem bedient.


Was im zweiten Durchgang dann stattfand, nämlich dass Altenburg ohne Gegentor eine Halbzeit übersteht, war bis dahin erst einmal in der Saison vorgekommen, als man am 8. Spieltag bis zur 50. Minute bei Wismut Gera II ein 0:0 halten konnte. Das Spiel der nach wie vor drückend überlegenen Gäste passte sich allerdings schleichend dem misserablen Wetter an. Ansätze waren ja durchaus vorhanden. Das wollen wir nicht kleinreden. Und Großchancen gab es auch noch jede Menge (Sporer/48., Menzel 59., 75.), Ahmadi (, 78., 81.), Rahimi (79.). Aber es gelang BW nicht mehr, die Abwehr der Gastgeber auszuhebeln. Die jubelte bei jedem nach vorn gedroschenen Ball - und wer wollte ihnen diese Erfolgsmomente nicht gönnen. Aber vom Tabellenzweiten hätte man schon weniger Entgegenkommen erwarten dürfen. Wenn man so freigiebig agiert, muss man sich nicht wundern, wenn die mahnenden Worte des Kapitäns irgendwann Wahrheit werden und die dritte Niederlage der Saison gerade wegen dieser Schludrigkeit vor dem Tor des Gegners kassiert wird.

Aufstellung und Torschützen






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