2. Hauptrunde TFV-Pokal BW Niederpöllnitz - Eintracht Eisenberg 3:0 (2:0)

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Wenn irgend jemand noch überlegen sollte, warum um alles in der Welt Fußball so faszinierend ist - nun, die Antwort gab es am Samstag zum Pokalspiel Niederpöllnitz gegen Eisenberg. Berührungspunkte zwischen beiden Mannschaften gabes ja bereits im Vorfeld zur Genüge. Und damit meinen wir nicht nur die direkten sportlichen Duelle auf dem Rasen. Jan Behling, ehemaliger Spieler bei den Niederpöllnitzern, trainierte einst Eisenberg. Marcel Neumann ging als Spieler den gleichen Weg. Und Kapitän Danny Müller kennt mindestens die Hälfte der Blau-Weißen aus alten Weidaer Tagen.

Bei den Gästen standen Götze, Mücke, Walzog, Böhme oder Cisse nicht in der Aufstellung. Alles samt Kicker, die in der Thüringenliga bereits auf mindestens 5 Einsätze kamen. Es gab Gerüchte ... aber lasseen wir das. Niederpöllnitz präsentierte seinen Neuzugang Stefan Tilke (ehemals Neustadt/O., Roschütz und Westvororte) gleich mal in der Anfangsaufstellung. P. Sporer, Blinde, Hein saßen auf der Bank. Und trotzdem überraschte das Trainerteam mit einer veränderten Aufstellung, die sich als erfolgreich zeigen sollte: Peters wieder neben Theileis in der Innenverteidigung, daneben als verkappter hängend-zurückgezogener Sechser (früher hätten wir Linksverteidiger gesagt) Poser. Dafür setzten die Verantwortlichen auf die Schnelligkeit von N. Sporer, der auf die Linksaußenposition beordert wurde. Neuzugang Tilke tummelte sich rechts und sorgte in der Partie dafür, dass die Mannschaft erkannte, wie wichtig er einmal sein wird. Zum Schluss jedenfälls wollten ihn die Fans genau wie die anderen Spieler in die Arme nehmen - wenn sie es denn hätten tun dürfen.


BW machte von Beginn an Druck und bald schon kam Sven Müller, Papa vom Kapitän der Gäste zu der Einschätzung, es hier mit "Arbeitsverweigerung" zu tun zu haben. Damit würde man allerdingsdas leidenschaftliche Spiel der Gastgeber etwas in Abrede stellen, Die liefen an, grätschten, stellten zu und zwangen die überrashten Eisenberger zu Fehler. Nach 8 Minuten kamen die Eintracht-Kicker erstmals über die Mittellinie. Bis dahin hatte Niederpöllnitz durch den Kopfball von L. Müller die erste nennenswerte Chance gehabt (6.). Es sah nach der Chance von Uhl, die Ph. Müller zunichte machte, so aus, als hätten die Gäste erkannt, auf was für eine Mannschaft sie da antraten. Aber gefehlt. BW mit besten Gelegenheiten, in Führung zu gehen: Runau, am heutigen Tag nicht fehlerfrei, lässt den Ball prallen, aber N. Sporer schießt ihm den Nachschuss in die Arme (10.). Wenig später kratzt er aber dann heldenhaft einen brachialen Schuss von Kurz über die Latte und hat dann Glück, als Menzel den Schuss knapp am Pfosten vorbeisemmelt.

Niederpöllnitz investierte unheimlich viel, hatte sich aber noch nicht belohnt und musste immer aufpassen, dass die wenigen Konter nicht im eigenen Netz landen. So blockte Peters einen Schuss von Petrik ab ((20.). Dann klingelte es aber doch. L. Müller hatte den Ball an der Strafraumgrenze bekommen, zog ab. Runau machte sich zwar lang, kam aber nicht mehr heraun (22.). BW war das klar bessere Team, nahm den Begriff Pokalfight wörtlich. Nun aber hatte Eisenberg doch einen Gang hochgeschaltet. Häring schwang sich zum Ballverteiler auf und es ging ein kleiner Ruck durch die Mannschaft, frei nach dem Motto: Das kleine gallische Dorf Niederpöllnitz wird doch wohl hier nicht die Partie gestalten. Allein - es brachte nichts ein. Niederpöllnitz wieder am Lenkrad, Müller wird von Runau im Strafraum umgesenst, sieht dafür Gelb und kassiert den Elfmeter von Otto zur 2:0-Pausenführung.


So konnte es für die Gäste nicht weitergehen und tatsächlich kamen sie im zweiten Durchgang besser ins Spiel. Wanitschka hingegen liegt nach 2 Minuten am Boden, schleppt sich zwar noch paar Minuten in die Zweikämpfe, muss dann aber doch raus. Eisenberg mit Abschluss von Hodek, der allerdings schwach geschossen in den Armen von Ph. Müller landet (54.). Niederpöllnitz musste sich in dieser Phase etwas einfallen lassen, denn die Innenverteidigung mit den solide agierenden Theileis und Peters allein zu lassen, war kein Mittel, anstürmende Eisenberger aufzuhalten. Die trafen als Höhepunkt ihres Auftrittes durch Staeps die Laatte (55.). Eine Minute zuvor vergibt allerdings Menzel die endgültige Entscheidung, als er allein aufs Tor zuläuft, die Rufe von 100 Mitspielern draußen überhört und dann ist die Situation vorbei. Vorbei war auch die Nachpausenwelle der Gäste, denen gegen nach wie vor anlaufende Gäste nichts einfiel. Niederpöllnitz kämpfte, als gäbe es kein Morgen, überstand dadurch auch gegen die nun mit Fehlpässeen nicht geizenden Gäste die letzte Welle und kamen durch Sporer und letztlich durch Menzel zu erfolgsversprechenden Angriffen. Der letzte von Menzel landete im Netz. Das war das Aus für den Drittplatzierten der Thüringenliga und in Niederpöllnitz wartet man nun auf den nächsten Gegner. Der heißt Saalfeld. Und wenn es der Mannschaft gelingt, eine Wiederholung anzubieten ...